Das Modellprojekt wird getragen von der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und den katholischen Bistümern in Hildesheim und Osnabrück. Caritas und Diakonisches Werk in Niedersachsen sind Kooperationspartner. Das Land Niedersachsen fördert und unterstützt das Projekt.

LernRäume zur Stärkung von Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe

Kinder aus Familien in beengten Wohnsituationen, die zuhause keinen Schularbeitsplatz haben und familiär wenig Unterstützung beim Lernen erfahren, benötigen unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie, des Home-Schooling und der verringerten Präsenz in der Schule besondere Unterstützung.

Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung, das auch unter den Bedingungen der Pandemie nicht dauerhaft eingeschränkt werden darf.

Foto: Antje Stoffregen. Lüneburg
Bild: Antje Stoffregen

Gemeinderäume als Lernräume

Kirchengemeinden können gemeinsam mit der Diakonie und Caritas einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe leisten.
Gemeinderäume oder andere Räume von Kirche, Caritas oder Diakonie werden für die Lernunterstützung von Grundschüler*innen geöffnet und digitale Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt. Dabei geht es um eine Bildungsinitiative, nicht um ein Betreuungsangebot.
Dazu soll auf die Strukturen der vor Ort bestehenden Netzwerke (Schule, Kommune, Verein) zurückgegriffen und Anschluss an vorhandene Projekte (Tafel, Hausaufgabenhilfe, Kirchenladen, ...) gesucht werden. Auch die Caritas und die Kirchenkreissozialarbeit kann eine besondere Schnittstellenfunktion einnehmen.

Nach Bedarf und Möglichkeiten vor Ort sind verschiedene Formate denkbar:
Lernzeit mit Lernpat*innen: Individuelle, stundenweise Lernförderung für Kinder der Grundschule in Deutsch, Mathematik und anderen Fächern (Bearbeitung der Aufgaben aus der Schule), spielerisches Lernen und ein "Miteinander".

Computerarbeitsplätze für Schüler*innen ab Klasse 3: Eigenständiges Arbeiten stundenweise an Einzelarbeitsplätzen mit Coaching im Hintergrund.

"Freizeit-Tüte": Für die Kinder und Jugendlichen mit 'Picknick' (Obst, Rohkost, Joghurt) und kreativen Angeboten zur Freizeitgestaltung für Zuhause.

Ferienmaßnahmen: Schülerhilfe, SummerSchool oder erlebnispädagogische Maßnahmen für Schüler*innen den Sommerferien.

Gelingensbedingungen

  • Kernteam für die pädagogische und organisatorische Verantwortung. Wo vorhanden kann das Projekt an bestehende Kindertafel, Hausaufgabenhilfe oder Mittagstisch andocken.
  • Freiwillige als Lernpat*innen, z.B. jugendliche Teamer, Oberstufenschüler*innen, Studierende. Ein erweitertes Führungszeugnis ist nötig.
  • Hygienekonzept in Absprache mit und Genehmigung durch politische Gemeinde und das örtliche Gesundheitsamt.
  • Kooperation mit Grund- und weiterführenden Schulen: Kommunikation der „LernRäume“ über die Schulleitungen an die Lehrkräfte. Lehrer*innen kennen die Schüler*innen, die Unterstützung benötigen.
  • Kooperation mit der Kirchenkreissozialarbeit und Caritas, da diese über die Sozialberatung und andere Kontexte Kontakt haben zu belasteten Familien, in denen die Lernsituation schwierig ist.
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Gewinnung von Spenden, Masken und Lebensmitteln.